COVID-19 News: Anpassungen Gastro Schutzkonzept, Reduzierte Öffnungszeiten

Veröffentlicht am 11. Mai 2020 Liebe Nachtkulturunternehmen, turbulente Tage liegen hinter uns, praktisch täglich erreichen uns weitere Details und Änderungen was die Wiederöffnung von Bars und Restaurants betrifft. Nicht auszudecken was dies auslöst bei den Unternehmer*innen, bei euch, welche diese Massnahmen dann auch umsetzen müssen, wir ziehen jetzt schon den Hut vor eurem Enthusiasmus, der Lust für die Gäste wieder da zu sein! Ja und es gibt leider auch immer mehr die Gewissheit, dass es keine Tanzanlässe diesen Sommer gibt, Aussichten welche uns natürlich zu tiefst betrüben! news_image


Gastronomie mit ausschliesslich stehendem Publikum bis 31.08.2020 verboten

Der Bundesrat hat heute Freitag über die nächsten Schritte seiner COVID-19 Exitstrategie informiert. Dabei hält er auf seiner Website fest, dass bis 31.08.2020 der Besuch von Gastronomiebetrieben mit ausschliesslich stehender Konsumationsmöglichkeit und private Veranstaltungen von 1’000 oder mehr Personen weiterhin verboten sind. Da sich gerade im Nachtleben das Gebot von Social Distancing nur sehr schwierig inhaltlich, räumlich und wirtschaftlich umsetzen lässt, überrascht uns dieser Entscheid nicht. Wir begrüssen es auch, dass die Clubs und Veranstaltungslokale nun eine gewisse Planungssicherheit erhalten haben. Aber eine mindestens 6-monatige Dauer des Lockdowns bringt jedes noch so gesunde Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Deshalb müssen nun die COVID-19 Schutzmassnahmen für den Bereich Kultur ausgedehnt und ausgebaut werden, will man keinen kulturellen Kahlschlag und die Arbeitslosigkeit von tausenden Personen riskieren.  Wir fordern deshalb vom Bundesrat:

- Einen Ausbau und Verlängerung der COVID-Verordnung im Bereich der Kultur, Ausdehnung der Ausfallentschädigung von 2 auf mindestens 6 Monate

- Nothilfe für Musik-Bars, Musik-Clubs und Konzerthallen, die sich aufgrund des Lockdowns in einer finanziellen Notlage befinden und keinen Anspruch auf Kredite haben oder diese schon aufgebraucht sind.

- Eine nationale Lösung in Bezug auf eine Mietzinsreduktion für die von COVID-19 betroffene Unternehmen, Reduktion von mindestens 90% bei geschlossenem Betrieb bis Ende August, für die restlichen Lokale mindestens 70%.

- Den Einbezug der Nachtkulturunternehmen (Schweizer Bar und Club Kommission (SBCK und PETZI) in die Ausarbeitung realistischer Schutzkonzepte für die Nacht.

Natürlich fehlt ein gewisser Mut, was eine Exitstrategie im Nachtleben betrifft. Dabei geht vergessen das Kultur kein Luxusgut, sondern der Kitt ist, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Dieser Entscheid bedeutet gerade für die Jugendlichen, dass sie weiterhin verzichten müssen, obwohl soziale Nähe und das Erleben gemeinsamer Emotionen ausschlaggebend sind für deren Zufriedenheit.

Wir werden nun beim Bundesamt für Gesundheit nachfragen, wie diese Information zu verstehen ist. Dann geht es darum gemeinsam mit unseren, von dieser Ausgangslage genauso auch betroffenen Partnern PETZI, SMPA etc. eine Kommunikations- und Exitstrategie zu entwickeln. Nicht das man uns vergisst, denn eines ist klar, die Leute lassen sich das Tanzen nicht nehmen, will man verhindern, dass sich die Leute an illegalen Partys ohne irgendwelche Schutzkonzepte vergnügen, muss schon vor dem 31. August 2020 Kultur unter bestimmten Gegebenheiten auch in der Nacht wieder stattfinden können! Für Kulturanlässe bis zu 1'000 Personen, in deren Rahmen Schutzkonzept mit Social Distancing (z.B. bestuhlte Konzerte) umgesetzt werden können, besteht eine gewisse Hoffnung das diese ab dem 08.06.2020 wieder stattfinden können!

 

Wiedereröffnung Gastronomie – Update zum Schutzkonzept

- Jeder Betrieb der wiedereröffnen will, muss das Schutzkonzept ausdrucken und unterschreiben (Pateninhaber*in).

- Jede Angestellte muss unterschreiben, dass sie das Schutzkonzept kennt und deren Umsetzung unterstützt.

Verordnung des Bundes

FAQs des Bundes zur Wiedereröffnung Restaurationsbetriebe

Aktualisiertes Branchen-Schutzkonzept GastroSuisse

FAQs GastroSuisse zur Wiedereröffnung Restaurationsbetriebe

 

Einschränkung der Öffnungszeiten, geschlossen zwischen 00.00 und 06.00

Heute Freitag wurde bekannt, dass zwischen 00.00 Uhr und 06.00 Uhr Restaurationsbetriebe geschlossen bleiben müssen. Nun fragen wir uns, wieso ein Schutzkonzept nach Mitternacht nicht mehr funktionieren soll? Die Einschränkung der Öffnungszeiten stellt gerade Bars vor noch eine grössere Herausforderung wirtschaftlich zu arbeiten. Die Gefahr ist gross, geöffnet mehr Geld zu verlieren, als wenn der Betrieb geschlossenen bleibt. Glücklicherweise gibt es dann in Verbindung mit der Kurzarbeit keinen Zwang den Betrieb zu öffnen (siehe auch KAE).

Der Kanton hätte die Befugnis die Öffnungszeiten auszudehnen, wir werden nun das Gespräch mit der Regierungsrätin Walker-Späh suchen um auszuloten ob sich der Kanton dem Problem der eingeschränkten Öffnungszeiten bewusst ist und eine Offenheit besteht, dies zu ändern.

 

Datenerfassung

Ihr seid verpflichtet eine Möglichkeit zu bieten, dass man sich als Gast freiwillig registrieren kann. Dazu gehören weiterhin Vorname, Name, Telefonnummer, Uhrzeit und Tischnummer. Bei Gruppen und Familien reicht eine Kontaktadresse. Die Gäste sind nicht verpflichtet, ihre Kontaktdaten anzugeben. Es besteht auch keine Pflicht einer sich verweigernden Person den Eintritt oder eine Dienstleistung zu verweigern.

> Falls ihr euch nun schon ein Registrierungs-System ausgedacht habt, schlagen wir vor dieses beizubehalten, wichtig ist das ihr auf die Freiwilligkeit hinweist. In Bezug auf den Datenschutz hat die Freiwilligkeit keinen Einfluss, Daten müssen nach 14 Tagen gelöscht werden (oder Zettel vernichten).

 

Anpassung Hausordnung

Es empfiehlt sich auch eine angepasste Hausordnung zu erstellen, quasi eine COVID-19 Fassung, mit dem folgenden Zusatz:

- Jeder Gast kann freiwillig Vorname, Nachname und eine gültige Telefonnummer angeben. Diese Daten werden nach 14 Tagen gelöscht und können nur bei einem Ansteckungsverdachtsfall durch den kantonsärztlichen Dienst angefordert werden. Das Auskunftsrecht kann beim Patentinhaber geltend gemacht werden.

 

Keine Wiedereröffnungspflicht aus Sicht der KAE

Nun gibt es auch eine Bestätigung aus Bern vom SECO, dass es aus Sicht der Kurzarbeit keine Wiedereröffnungspflicht gibt.

ZWAR: Muss aufgrund des Schadenminderungsprinzips jeder Betrieb, der Kurzarbeitsentschädigung für seine Angestellten verlangt, aufzeigen können, dass er alle vernünftigerweise zumutbaren Massnahmen getroffen hat, um den Schaden der Arbeitslosenversicherung zu vermindern und die Weiterführung der Arbeit zu ermöglichen (weshalb er im Normalfall die Führung seines Betriebs wieder aufnehmen muss, sobald die Wiedereröffnung bewilligt ist).

ABER: Ein geschlossener Betrieb hat auch nach dem 11. Mai 2020 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn er aufzeigen (plausibel machen) kann, dass die Wiedereröffnung des Betriebs mit Verlusten verbunden wäre und zu einem erhöhten Risiko von Entlassungen oder einer definitiven Schliessung führen würde. Im Weiteren ist es auch aus folgenden Gründen möglich, geschlossen zu bleiben: Wenn es objektiv unmöglich ist, die erforderlichen Hygienemassnahmen einzuhalten oder wenn der Betrieb nur eingeschränkt zugänglich ist (weil er nur von Transportmitteln bedient wird, die noch geschlossen bleiben müssen) oder wenn das Umsetzen des Schutzkonzeptes zu einer Konzeptänderung führen würde (z.B. bei einer Musik-Bar oder Nachtbar – aufgrund der Öffnungszeiten).

 

Schutz des Personals – Masken

GastroSuisse und der Bund empfiehlt in ihrer FAQ, dass, sollte der Abstand von 2 Metern im Service auch nur während kurzer Dauer unterschritten werden, das Tragen einer Hygienemaske (z.  B. chirurgische Masken, OP-Masken) oder eines Gesichtsvisiers dringend empfohlen wird.

Da ihr das Tragen einer Schutzmaske eurem Personal ermöglichen müsst, empfiehlt es sich Masken an Lager zu haben. Natürlich steht es euch offen bei wem ihr die Masken bezieht, aber unsere Freunde von der Street Parade, Joel und Robin würden sich freuen, wenn ihr sie bei ihrem neuen «(Haupt)erwerb» unterstützen würdet. Wer Joel und Robin mit Maske sehen will, dem sei der morgige Rampenverkauf im Rockstar Büro empfohlen, 11 bis 15 Uhr.

Website: https://www.k-direct.ch/ (Rabattcode 5%: C19NK05)

 

Sind kulturelle Inhalte erlaubt?

Nein, alle Unterhaltungsangebote sind untersagt. Dazu gehören auch Shows, Tanzeinlagen, artistische Darbietungen und Live-Musik. Musik ist nicht generell verboten, doch es ist verboten damit, z.B. mit DJ-XY, zu werben. Sonst wäre es eine Veranstaltung und die sind weiterhin in der Schweiz verboten.  Die Gäste müssen zudem sitzen, es herrscht also ein Tanzverbot!

 

Shisha

Gemäss der Wirtschaftspolizei der Stadt Zürich zähen Shishas zum gastronomischen Angebot und sind deshalb nicht verboten. Das gilt auch für Shisha Lounges wenn diese das Gastro-Schutzkonzept umsetzen können. Wichtig ist, dass Shishas nur an Einzelperson oder sich bekannte Gruppe ausgehändigt werden, jede Person ein eigenes Mundstückbekommt und die Shisha nach jedem Gebrauch desinfiziert wird.

 

Div. Fragen und Antworten zum Schutzkonzept

Welche Abstände müssen eingehalten werden?
Zwischen den Gästegruppen muss nach vorne und seitlich «Schulter-zu-Schulter» ein Abstand von 2 Metern und nach hinten «Rücken-zu-Rücken» ein 2-Meter-Abstand von Tischkante zu Tischkante eingehalten werden. Befindet sich eine Trennwand zwischen den Gästegruppen, entfällt der Mindestabstand. Der Betrieb stellt sicher, dass die Gäste den Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Gästen im Wartebereich und in WC-Anlagen einhalten können. Es gelten grundsätzlich keine Mindestabstände für Gäste oder Personal, wenn sie sich in Gasträumen und im Aussensitzbereich von einem zum anderen Ort fortbewegen.

Dürfen Gäste an Hochtischen bedient werden?
Ja, Gäste dürfen an Hochtischen bedient werden, sofern die Distanzregeln eingehalten werden und die Gäste sitzen.

Dürfen Seminare durchgeführt werden, wenn die Distanzregeln eingehalten werden?
Ja, soweit es sich um eine Sitzung im Arbeitsumfeld handelt. Seminare, z.B. eines Vereins, aber auch Konferenzen sind Veranstaltungen und zurzeit verboten.

Begrenzt der Bund die max. Anzahl Gäste in einem Gastronomiebetrieb?
Nein. An einem Tisch darf aber maximal eine Gästegruppe von 4 Personen sitzen. Davon ausgenommen sind Eltern mit Kindern sowie die nicht öffentliche Betriebs- und Schulgastronomie. Der Betrieb stellt sicher, dass es keine Vermischung von Gästegruppen gibt. Betriebe mit überlangen Tischen können mehr als eine Gästegruppe von vier Personen platzieren, sofern Trennwände zum Einsatz kommen oder der Mindestabstand von 2 Metern zwischen den Gästegruppen eingehalten wird

 

Zurück zur Übersicht