Kugl nutzt ein Hintertürchen

Veröffentlicht am 9. Juli 2014 Der Eingang ins Kugl soll von der Süd- auf die Nordseite des Güterbahnhof-Gebäudes verlegt werden. Dadurch hoffen die Clubbetreiber, den Rechtsstreit mit einem Anwohner um Öffnungszeiten beenden zu können. news_image

Nachtschwärmer sollen schon bald wieder bis in die frühen Morgenstunden im Kugl feiern können. Dadurch wäre auch die Zukunft des Clubs im Güterbahnhof-Areal vorerst gesichert. Um dieses Ziel zu erreichen, soll auf der Rampe an der Hinterseite des Güterbahnhof-Gebäudes, bei den Gleisen der SBB, ein neuer Eingang entstehen. Das Baugesuch liegt ab morgen beim Amt für Baubewilligungen öffentlich auf, die Einsprachefrist läuft bis am 23. Juli. Nebst der Publikation im Amtsblatt des Kantons werden auch die Anwohner angeschrieben. Jene im Umkreis von 30 Metern südlich und östlich des Güterbahnhof-Areals erhalten von Gesetzes wegen eine Bauanzeige. Das Amt für Baubewilligungen hat aber auch einem Teil der Anwohner auf der anderen Seite der SBB-Gleise in der Paradiesstrasse ein Informationsschreiben zugestellt.

Rundum schallisoliert

Auch das Kugl hat den Quartierverein St. Otmar kontaktiert. In einem Schreiben, das auf der Homepage des Quartiervereins publiziert ist, macht es die Anwohner ennet der Gleise auf die Notwendigkeit der baulichen Massnahmen für ein Weiterbestehen des Clubs aufmerksam.

Der neue Eingang soll die Gäste wesentlich besser abschirmen als der bisherige. Geplant ist ein knapp 23 Meter langer und schallisolierter Anbau. In der Holzkonstruktion sollen nebst dem Eingangsbereich auch die Garderoben untergebracht werden. Vom Anbau aus soll ausserdem entlang des Güterbahnhof-Gebäudes ein Schallschutzvorhang gezogen werden können. Beim Zugang zur Rampe am östlichen Ende des Gebäudes wollen die Clubbetreiber bei Bedarf schallisolierte Absperrgitter installieren.

Lösung am runden Tisch

Kugl-Inhaber Daniel Weder wollte ursprünglich den heutigen Eingang auf der Südseite mit einem Windfang und einem Schallschutzvorhang ausstatten. Dadurch sollte das Kugl wieder eine reduzierte Anzahl Freinächte erhalten (Kasten). Gegen diese Pläne erhob jedoch der Nachbar, mit dem sich das Kugl seit Jahren in einem Rechtsstreit befindet, Einsprache.

In Gesprächen unter der Leitung des Verwaltungsgerichts-Präsidiums hat das Kugl in den vergangenen Monaten zusammen mit dem Kanton und den SBB als Eigentümern des Areals und des Güterbahnhof-Gebäudes, der Stadt St. Gallen sowie dem Nachbarn und den angrenzenden Gewerbebetrieben die nun vorliegende Lösung erarbeitet. «Wir hoffen, dadurch wieder eine Bewilligung für verlängerte Öffnungszeiten zu erhalten und das juristische Seilziehen ein für alle Mal zu beenden», sagt Weder.

Auch das Innere wird neu

Die Kosten für den Anbau und die weiteren Schallschutz-Massnahmen belaufen sich laut Weder auf rund 100 000 Franken. «Für uns ist das ein grosses finanzielles Opfer. Es lohnt sich jedoch, wenn wir den Club danach wieder länger geöffnet haben dürfen und in Ruhe arbeiten und planen können.» Zudem biete sich durch die vorgesehenen baulichen Massnahmen die Möglichkeit, auch im Innern des Clubs einiges zu verändern. So soll beispielsweise der bisherige Eingangsbereich neu gestaltet und genutzt werden. Dort könnten künftig kleinere Veranstaltungen stattfinden.

Quelle: Artikel im St. Galler Tagblatt vom 09. Juli 2014

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