Out in the Green Garden Festival kampft mit Lärmklagen

Veröffentlicht am 6. Dezember 2016 Neben dem Weihern Openair Festival, kämpft nun auch das Frauenfelder Out in the Green Garden Festival wegen Lärmklagen mit den Behörden! news_image

Hunderte Zuschauer verfolgen das Konzert der jamaikanischen Reggae-Kultband Inner Circle beim «Out in the Green Garden» 2016 im Murg-Auen-Park. (David Hauser (Frauenfeld, 6. August 2016))


FRAUENFELD Anwohner des Murg-Auen-Parks beklagen sich wegen Ruhestörungen diverser Veranstaltungen. Nach zwei Aussprachen sind die Fronten verhärtet. Der Stadtrat sucht nach einem Kompromiss.

Samuel Koch

Sie spannen zusammen, rund 30 Anwohner an der Schmidgasse, der Mühlewiesenstrasse und der Gaswerkstrasse. Sie stören sich an der Nutzung des Murg-Auen-Parks für kulturelle Anlässe. Dabei ist das Naherholungsgebiet erst im August 2015 offiziell eröffnet worden, nachdem es für rund 3,6 Millionen Franken revitalisiert wurde. Von «Rambazamba» ist die Rede, von «unerträglichem Lärm», eine Anwohnerin geht gar noch einen Schritt weiter: «Wir sind durch die Hölle gegangen.»

Gemeint ist primär die Austragung des dreitägigen «Out in the Green Garden» Anfang August, zu welchem total mehr als 3000 Zuschauer gekommen sind. Das Festival, das erstmals im Murg-Auen-Park über die Bühne gegangen ist, habe alles Bisherige um Längen übertroffen und das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht, prangert die Anwohnerin an. «Von drei Tagen Lärm kann keine Rede sein», ergänzt sie. Während der rund zweiwöchigen Auf- und Abbauarbeiten sei der Krach nicht auszuhalten gewesen. Weiter verweist sie auf die städtische Verordnung für den Murg-Auen-Park, wonach unter anderem Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen ist.

Anstoss an offizieller Fragerunde

Bereits bei der offiziellen Eröffnung des Murg-Auen-Parks 2015 haben sich Anwohner über Lärm bei der Stadtverwaltung beschwert. Nach einem Schriftenwechsel mit dem Amtsleiter für Freizeitanlagen und Sport landete ein weiteres Schreiben auf dem Pult des Stadtrats. Mittlerweile ist aus dem lauen Lüftchen ein Sturm geworden, denn einige Anwohner haben gar juristischen Beistand beigezogen.

Spätestens seit da muss sich der zuständige Stadtrat Ruedi Huber als Departementsvorsteher für Werke, Freizeitanlagen und Sport mit der Thematik beschäftigen. Politisches Gewicht erhielt sie vergangene Woche an der Gemeinderatssitzung, als Fredi Marty (MproF) Fragen an Huber richtete.

Demnach soll gemäss eines Schreibens einer der Anwohner Anfang November bereits eine zweite Aussprache zwischen ihnen und der Stadt Frauenfeld stattgefunden haben. «Die Stimmung war impulsiv, einige haben massiv ausgerufen», sagt Roland Marti, Präsident des Quartiervereins Kurzdorf, der an der Aussprache dabei gewesen ist. Auch sei am besagten Abend keine Lösung gefunden worden. Vielmehr seien die Fronten verhärtet geblieben.

Stadtrat Huber bestätigte die «engagierte Diskussion», wobei auch das Festival-OK anwesend gewesen sei. Zwar sei das Festival gut organisiert, aber auch etwas zu gross gewesen, sagte Huber. Zudem habe auch der Auf- und Abbau etwas zu lange gedauert. «Im vergangenen Jahr haben rund hundert Anlässe im Murg-Auen-Park stattgefunden», ergänzte er. Einerseits wolle die Stadt den Park beleben. Andererseits gebe es aber auch gegenteilige Interessen. Es brauche eine Balance zwischen dem Interesse der Anwohner und der Nutzung des Parks. Dazu müsse die Stadt das «richtige Mass» finden.

Lautstärke, Zuschauer und Spielzeiten

Was das für die Zukunft des «Out in the Green Garden» heisst, bleibt abzuwarten. Eine Bewilligung für 2017 liegt noch nicht vor, wie OK-Chef Dominik Stillhard sagt. Die Verhandlungen mit der Stadt würden laufen. «Es geht um Lautstärke, Zuschauerzahlen und Spielzeiten», sagt Stillhard. Einem Standortwechsel – etwa auf die Grosse Allmend – steht er skeptisch gegenüber: «Wir sind ein kleines Stadt-Open-Air und möchten es, wenn möglich, in Frauenfeld und für Frauenfeld weiter organisieren.» Ausserdem findet er es schade, dass ein gelungener Anlass mit dem Engagement so vieler freiwilliger Helfer wegen ein paar Anwohnern keinen Platz mehr habe.

Quelle: Artikel im St. Galler Tagblatt vom 23. November 2016

 

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