St.Galler Clubszene organisiert sich

Veröffentlicht am 27. März 2013 Ein Netzwerk fürs Nachtleben: Stadtsanktgaller Clubs und Bars haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. «Nacht Gallen» soll die Ausgehszene stärken. news_image

Klagen wegen Lärm und Littering, Konflikte um Öffnungszeiten: Viele Club- und Barbetreiber in der Stadt plagen ähnliche Probleme. Nun bekommen sie eine gemeinsame Stimme, eine eigene Lobby. Der frisch gegründete Verein «Nacht Gallen» will die St.Galler Ausgehszene stärken. Bislang hätten die verschiedenen Club- und Barbetreiber in der Stadt mehrheitlich «ihre eigenen Küchlein gebacken», sagte Vereinspräsident David Gadze gestern bei der Vorstellung von «Nacht Gallen» vor den Medien. Da aber die allermeisten Akteure im Nachtleben dieselben Ziele und Bedürfnisse hätten, habe ein Zusammenschluss auf der Hand gelegen.

Auch für Anwohner da

Primäres Ziel des Vereins ist, die Anliegen der Ausgehszene nach aussen zu vertreten: Gegenüber Behörden, Politik und Öffentlichkeit. «Wir wollen gute Rahmenbedingungen für ein sicheres und attraktives Nachtleben erreichen», sagte Gadze. Die Vereinsmitglieder sollen sich zudem untereinander austauschen und fachliche Unterstützung in verschiedenen Fragen bekommen.

«Nacht Gallen» will aber nicht nur Anlaufstelle für Bar- und Clubbetreiber sein. Sondern für alle, die mit der Szene irgendwie in Berührung kommen. Also auch für Anwohner und Partygänger. «Der Verein soll beispielsweise bei Konflikten zwischen Anwohnern und Clubs vermittelnd tätig sein, also zu einer Art Schlichtungsstelle werden.»

Acht Mitglieder bis jetzt

Bislang gehören acht städtische Clubs, Bars und Veranstalter zu «Nacht Gallen». Darunter der Elephant-Club, die Villa Wahnsinn, Downtown, Kugl, Baracca-Bar und Kulturfestival St.Gallen. Bald sollen es mehr werden: Viele der gut 40 weiteren Akteure im Stadtsanktgaller Nachtleben hätten Interesse an einer Mitgliedschaft gezeigt. «Bis jetzt haben wir nur positive Reaktionen bekommen», sagte Daniel Weder. Der Kugl-Chef sitzt neben Tagblatt-Redaktor Gadze, Partyveranstalter Daniel Bondt, Anwalt Marc Weber und Barkeeperin Katrin Rutz im Vorstand. Dieser hat zwar seine Ziele bereits klar definiert, konkret geplant ist aber noch nichts. «Wir stecken momentan erst mitten in der Aufbauphase», sagte Weder. «Wir wollen aber sicher runde Tische mit Behörden und Betreibern organisieren.»

Vorstellbar seien weiter beispielsweise Projekte, um dem Litteringproblem entgegenzuwirken. Finanziert werden die Aktivitäten des Vereins durch Mitgliederbeiträge: Eine Jahresmitgliedschaft kostet einen Club 500 Franken.

Nationaler Zusammenschluss

In anderen Schweizer Städten haben Club- und Barbetreiber in den letzten Jahren ihre Kräfte bereits gebündelt. Ähnliche Vereine wie «Nacht Gallen» existieren beispielsweise schon in Zürich, Bern, Lausanne, und Luzern. «Mit diesen wollen wir uns auch austauschen», sagte Weder. Denn Ziel sei, dass sich die Vereine irgendwann zu einem Dachverband zusammenschliessen würden. «Damit könnten wir uns auch national für das Nachtleben einsetzen.»

Quelle: Artikel im St. Galler Tagblatt vom 27. März 2013

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